Katja Schumacher
Comeback Coaching


Zeit lässt sich nicht managen……oder doch?

Ihr Lieben, ich hatte Euch neulich versprochen, meine Erkenntnisse zum Thema Zeitmanagement mit Euch zu teilen.

Heute gibt es Erkenntnis Nummer 1: 

Plant Euren Tag nicht mit To-do’s in Endlos-Listen, sondern in Zielen und Ergebnissen.

Unsere klassische To-Do Liste enthält oft nur Stichwörter, die uns an irgendetwas erinnern sollen, was über den Tag verteilt ansteht oder abgearbeitet werden soll. Abgesehen davon, dass sie meist viel zu voll ist und ständig wächst, enthält sie weder konkrete Ziele, die wir erreichen wollen, noch den ersten Schritt, wie wir das Ziel erreichen können.

Ich habe mich entschieden, weiterhin To-Do Listen zu führen, aber eben mit recht konkreten Ergebnissen und mindestens dem ersten Schritt auf dem Weg zur Zielerreichung. Zum Beispiel:

Vorher: To-Do in Stichworten: Geburtstag Mika

Nachher: Ergebnis: M. hat einen gelungenen Geburtstag

Schritt 1: Optionen für Geburtstagsfeier recherchieren

  1. Schritt 2: Überlegen, wen M. einlädt

Schritt 3: Einladungen schreiben

Usw. ……. So ein 4. Geburtstag (der steht diese Woche an) ist so ein Projekt, da kommen einige Schritte zusammen.

Durch das Ausformulieren nehme ich das Ergebnis vorweg, was sehr motiviert – mich jedenfalls.

Nochmal pushen kann man sich, indem man das Ergebnis auch visualisiert – hier im Beispiel das zufriedene Lächeln meines Sohnes am Geburtstagsabend. Gedanklich, oder wer gerne malt, der malt vielleicht noch etwas dazu. (Stichwort: Sketch Notes). 

Die einzelnen Schritte auf dem Weg zum Ziel kann ich jedenfalls viel besser bestimmen, wenn ich weiß, worauf ich hinarbeite. Für jeden Schritt plane ich sukzessive ein Zeitfenster in meinem Kalender ein. 

Bitte packt Eure Tage nicht zu voll. An Office Tagen, versuche ich während meiner Arbeitszeit immer 2-3 größere Aufgaben einzuplanen und ein Zeitfenster für diverse kleine Erledigungen mit 5-15 Minuten Zeitbedarf. Dann habe ich noch Luft für die Dinge, die gerne so rein flattern. 

Ich persönlich bin gerne möglichst paperless unterwegs. Wem es ähnlich geht, dem empfehle ich die To-Do App von Microsoft. Ich finde es gut, dass ich durch die Synchronisierung mit meinem Konto auf dem Handy und PC etc. nutzen kann. (Ist das Werbung? Ich bekomme kein Geld von Microsoft dafür) 

Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freue mich über Eure Erfahrungsberichte!


 






Im hier und jetzt sein Nachts um 2

Ich kann mich noch gut an meine letzte Babyzeit mit meinem Sohn erinnern.

Die Nächte waren oft wenig erholsam. Noch heute weckt er mich oft, ruft laut nach mir.....Papa hört Nachts leider nichts..... und dann muss ich mich oft noch zu ihm legen. Zu Babyzeiten gab es noch lange nächtliche Stilleinheiten...und wenn das Baby längst wieder schlief, fiel es mir oft schwer, wieder abzuschalten.

Muss Mann oder Frau dem Baby Nachts noch ein Fläschchen machen, ist man danach vielleicht sogar noch wacher.

Da sitzt man im fast Dunkeln, Baby trinkt und die Gedanken beginnen zu wandern. Vielleicht geht man in Gedanken schon den gut gefüllten morgigen Tag durch, oder denkt darüber nach, ob man alle Weihnachtsgeschenke zusammen hat. Oder es bewegt einen immer noch ein Streit mit einem geliebten Menschen. Hat das große Geschwisterkind auch die Hausaufgaben für morgen gemacht? Kopfkino pur..... Umso schwerer ist es oft, danach schnell wieder einzuschlafen.

Ich habe mir damals eine gute Strategie angeeignet das Kopfkino möglichst etwas zu zügeln. Ihr kennt vielleicht das Thema Achtsamkeit. Da geht es darum, im Hier und jetzt zu sein, den Autopilot einmal abzustellen und die Gedanken einfach vorbei ziehen zu lassen. Dafür ist so eine nächtliche Trinksession mit einem ruhigen Baby geradezu ein Geschenk.

Am besten kommt man im Hier und jetzt an, indem man sich auf den eigenen Atem konzentriert. Augen schließen und einfach mal beobachten, wie der Atem aus- und einströmt. Ein paar Atemzüge lang könnt ihr das so machen. Wo spürt ihr den Atem? Zum Beispiel an der Nasenspitze, in der Brust oder im Bauch?

Wenn ihr das ein paar Atemzüge lang gemacht habt könnt ihr den Atem auch mit einem Satz verbinden zum Beispiel:

Einatmen: mein Atem wird tief

Ausatmen: mein Atem wird langsam

Dabei könnt ihr den Atem im Bauch spüren, dabei die wunderbare Wärme des Zwergs auf Eurem Schoß und die Ruhe der Nacht genießen.

Wenn Ihr mögt könnt Ihr nach ein paar Atemzügen zu einem anderen Satz wechseln.

Zum Beispiel:

Einatmen: Im Hier und Jetzt sein

Ausatmen: Den Moment genießen

Wenn sich währenddessen andere Gedanken melden, die üblichen Kopfkino Kollegen eben, ist das nicht schlimm. Ihr könnt diese einfach kommen und gehen lassen, indem Ihr Euch zum Beispiel vorstellt, es wären vorbei ziehende Wolken oder Blätter die auf einem Bach an Euch vorbei treiben.

Ich konnte damit, mit etwas Übung, sehr gut bei mir und ruhig und entspannt bleiben und manchmal mache ich es heute noch, wenn ich Nachts mal eine Weile Händchen halten muss. Und ich schlafe dann auch meist schnell wieder ein.

Probiert es doch mal aus und schreibt mir gerne Eure Erfahrungen damit!

Viel Spass und Erfolg dabei!

Genießt den Moment!

Alles Liebe Eure Katja









Jedem sein eigenes Modell von Vereinbarkeit!

 

Kennt Ihr das? Seit Ihr Eltern seid, wissen irgendwie sehr viele Leute, wie Ihr Euer Leben leben sollt, und scheuen sich auch nicht, es Euch kundzutun.

Das fängt an bei der Frage nach Stillen, ja oder nein und der richtigen Windelwahl, und wird dann irgendwann richtig spannend bei der Frage, wie gestalte ich eigentlich meine Rückkehr in den Beruf mit Kind.

Ich finde diese Frage gleich so spannend, dass ich mich dieser mit meinem Coaching Konzept widme.

Dennoch ist es mir wichtig zu sagen, dass ich es mir nicht herausnehme, irgendeiner Frau oder irgendeinem Mann vorzuschreiben, ob, wann, wie und mit wie vielen Stunden sie oder er mit Kind arbeitet oder wie sie oder er sich dabei fühlen soll.

 

Dazu zwei Beispiele:

Nummer 1.

Vor einiger Zeit lauschte ich dem Gespräch zweier Freundinnen. Beide großartige, engagierte Mütter. Eine von beiden arbeitet als Erzieherin. Sie erzählte der anderen Freundin grade vom letzten Elternabend in ihrer Einrichtung. Da hätten doch tatsächlich zwei Mütter, die ihre Kinder grade frisch eingewöhnt hatten gesagt, dass sie sich darüber freuen, ihre Kinder endlich mal abgeben zu können, wieder Zeit für sich zu haben und wieder ihrer Arbeit nachgehen zu können. Wie könnte man denn so etwas sagen? Wie herzlos? Früher hätte es so etwas nicht gegeben……..

Ich schluckte, sollte ich dazu etwas sagen? Ehrlich gesagt kann ich dieses Gefühl der frischen KITA-Kind-Mütter sowas von nachvollziehen. Ich habe es noch heute nach jeden Ferien! Nicht falsch verstehen. Ich genieße die Zeit mit meinen Kindern, aber ich brauche dazu auch einen Ausgleich. Vollblut-Mutti geht auch ohne Vollzeit-Mutti. Für mich fühlt es sich außerdem extrem gut an, auch für das gemeinsame Familieneinkommen zu sorgen und sich beruflich weiterzuentwickeln.

Das alles hätte ich vielleicht in dem Moment mal sagen sollen, bin ja auch nicht auf den Mund gefallen. Aber in dem Moment fehlte es mir leider an Schlagfertigkeit.

Früher hat es so etwas übrigens schon gegeben, nur hätten die wenigsten Frauen sich getraut, ihre Gefühle da so offen auszudrücken. Ich lebe jetzt im modernen, liberalen Berlin. In der alten Heimat, im tiefen Westen (linker Niederrhein – NRW) ist es heute noch nicht unbedingt und überall salonfähig, sein Kind schon mit 12 Monaten oder gar früher in eine Betreuungseinrichtung zu geben.

Meine Moral aus dieser Geschichte. Verehrte Damen (und Herren), es ist schwer genug, den eigenen Weg in dieser Thematik zu finden. Macht es Euch nicht gegenseitig schwer, durch solch eine moralische Vorwurfshaltung, sondern akzeptiert und unterstützt Euch in Eurer Unterschiedlichkeit!

Nummer 2.

Immer wieder passiert es mir, dass mein Beratungsgeschäft zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie so verstanden wird, dass ich Frauen zeige, wie sie ihre Kinder möglichst erfolgreich wegorganisieren und dann wieder ungestört an ihrer Karriere arbeiten können.

Tut mir leid, aber das ist weder mein Ziel noch mein Anspruch.

Letzte Woche beim Berliner Unternehmerinnen Tag gab es eine spannende Podiumsdiskussion

Frau, Macht, Medien – der Unternehmerinnenalltag 2018 versus traditionelle Rollenbilder und Stereotype

Ziemlich schnell drehte sich hier die Diskussion ausschließlich um das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Zwei der Podiumsteilnehmerinnen äußerten sich schockiert darüber, dass es immer noch so wenig Frauen gibt, die trotz Kindern Vollzeit arbeiten. Aus der Diskussion heraus entstand für mich irgendwie der Eindruck, es sei aus deren Sicht einer Frau nur möglich erfolgreich im Job zu sein, wenn Sie diesem auf jeden Fall in Vollzeit nachgeht.

Diese Meinung teile ich nicht!

Ich zitiere da lieber Zita Küng (eine schweizer Unternehmensberaterin und Feministin):

„Es wird kein Weg daran vorbeiführen, die Wochenarbeitszeit zu verkürzen – nicht nur für Leute mit Kindern“ gelesen in : https://www.editionf.com/Interview-Zita-Kueng-Frauen-Fuehrungspositionen?mc_cid=a2d95eec72&mc_eid=9f683f3d55

Es gibt hier zwei wunderbare, erstrebenswerte Dinge, die miteinander vereinbar sein sollten, und zwar für Frauen und Männer.

Das erste ist die Zeit mit der Familie, die Zeit, die ich meinen Kindern ungeteilt schenken kann, um sie in ihrer Entwicklung zu stärken und ihnen zu zeigen, wie sehr ich sie liebe und dass ich für sie da bin. Kurz, ihnen einen Platz in meinem Herzen und in meinem Tagesablauf zu geben.

Das andere ist Zeit für meinen Beruf, meine persönliche Entwicklung. Die Möglichkeit meine Kompetenz und meine Talente beruflich einzusetzen, kreative Ideen umzusetzen und hierfür Anerkennung und Wertschätzung zu erhalten. Das bedeutet auch Wertschätzung in monetärer Form, also finanziell unabhängig zu sein.  

Ich finde, wenn zwei Menschen sich entschließen Kinder zu bekommen, sollten sie auch die Macht und die Möglichkeiten bekommen, ihr ganz persönliches Kombinationsmodell für die Balance zwischen Beruf und Familie zu entwickeln und zu leben.

Mit der vollen Unterstützung der Gesellschaft und der Unternehmen. Für letztere ist das sicherlich auch aus Gründen der Fachkräftesicherung interessant, aber dies ist ein anderes Thema!

Danke fürs Lesen und Teilen!

 

Eure Katja